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Gastbeitrag als Diskussionsgrundlage einer anderen Umweltbewegung/ RG MV
"Zwischen Resignation und Selbstermächtigung: Solidarisches Kollapscamp
Versteckt zwischen Wäldern und Seen liegt der kleine Ort Kuhlmühle, ungefähr eine Fahrradstunde von Wittstock entfernt. Zu DDR-Zeiten war dort ein Pionierlager, heute wird die Anlage von linken und ökologischen Gruppen wieder aufgebaut und weiterentwickelt. Auf diesem idyllischen Areal, scheinbar weit entfernt von der Klimakrise, traf sich im August eine recht neue links-ökologische Community zu einem großen Camp: die solidarische Kollapsbewegung. Die zentrale und bittere Erkenntnis, die sie antreibt: Unser derzeitiges kapitalistisch-fossiles Wirtschaftssystem ist leider resilienter als das Klima des Planeten. Auch angesichts der heraufziehenden Umweltkatastrophe gibt es kein breites Umdenken für ein nachhaltigeres Wirtschaften. Ganz im Gegenteil: Die wenigen errungenen Kompromisse (Pariser Abkommen, Verbrenner-Aus) stehen vor dem Scheitern. Es droht eine voranschreitende Faschisierung der größten globalen staatlichen Akteure. Aktivismus für Klimaschutz wirkt, soweit er noch stattfindet, im Vergleich zu 2019 bedeutungslos und zieht keine Massen mehr auf die Straße. Gleichzeitig treffen die ersten Auswirkungen der Klimakrise die Menschen – oft jene am härtesten, die schon besonders vulnerabel sind und sich selbst nie am fossilen Kapitalismus bereichert haben.
In diesen Einsichten waren sich wohl alle der knapp tausend Menschen, die sich am letzten Augustwochenende in Kuhlmühle trafen, einig. Wesentlich beeinflusst in ihrem Denken ist die Bewegung von Tadzio Müller, dessen politische Analyse (niedergeschrieben in „Zwischen friedlicher Sabotage und Kollaps“, 2024) der Kollapsbewegung ihr ideelles Fundament gibt: Es soll Schluss sein mit weiteren Appellen an die Politik und damit, die eigene Energie und Gesundheit einem Aktivismus zu opfern, der bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls mit Gewalt und juristischen Repressionen abgestraft wird. Stattdessen sollten sich Menschen nun gemeinsam darauf vorbereiten, in den bevorstehenden Katastrophen solidarisch und handlungsfähig zu bleiben.
Das Credo der Handlungsfähigkeit im Kollaps bildete den Kern des recht diversen Programms mit Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden. Es gab einen kurzen Lehrgang zum Katastrophenschutz, angeboten von der Hilfsorganisation Cadus, zahlreiche Workshops zu medizinischen Themen (vom Stoppen von Blutungen bis hin zum Aufbau solidarischer Medikamentenherstellung), viele Kurse zur Selbstverteidigung, der eigenständigen Versorgung mit Strom – und natürlich Hinweise zum Sammeln und Anbau von Lebensmitteln. Entsprechend eines solidarischen Camps gab es auch einige internationale Stimmen aus dem globalen Süden, die auf dem Kollapscamp zu Wort kamen. Hier könnte es sicher in Zukunft auch noch mehr Schwerpunkte geben. Neben den praktischen Lehrgängen, die den Hauptteil des Programms ausmachten, bestand Gelegenheit zur emotionalen Arbeit: Wie gehen wir selbst mit Angst, Trauer, Wut, aber auch Scham im Angesicht der aktuellen politischen Entwicklungen um?
Ein großer Teil der Workshops konnte nur einen kurzen Einblick bieten. Kein Mensch lernt in zwei Stunden, das Anlegen und Pflegen eines Selbstversorgergartens. Das Camp bietet hier eher Impulse und die Möglichkeit, sich zu vernetzen und gemeinsam weiterzumachen, sich selbst vorzubereiten und sich die Kapazitäten zu erarbeiten, um im Fall der Katastrophe (Klimakrise, Faschismus, Krieg) für sich selbst zu sorgen und helfend für Andere tätig werden zu können. Die Krise soll einen neuen politischen Raum bieten, in welchem wir solidarisch sind.
Eine allgemeine Frage, die sich in Anbetracht eines solchen Camps stellt: Ist damit der Kampf um Klimaschutz vom Tisch? Ein großer Teil der Menschen, die nun solidarisches Prepping lernen wollen, rekrutiert sich aus der Klimabewegung. Viele haben der Forderung nach Klimaschutz einen wichtigen Teil ihres Lebens gewidmet. Wie viel Resignation steckt in der Klimabewegung, wenn sie sich nun auf die Katastrophen vorbereitet, statt für deren Abwendung zu kämpfen? Doch statt resigniert wirkten die meisten hier eher erleichtert – befreit vom Druck, gegen die kapitalistischen Mechanismen der Profitmaximierung eine Katastrophe aufhalten zu müssen, und hoffnungsvoll, im Kollaps solidarisch zu sein.
Dies soll nicht heißen, dass nichts mehr im Bereich des Klimaschutzes zu tun ist: Es ist sicher weiterhin ratsam, die vorhandenen Hebel für Klimaschutz zu nutzen – sei es, das lokale Moor wieder zu vernässen (auch eine gute Form der Anpassung), Tempolimits zu beantragen oder sich für einen besseren ÖPNV einzusetzen. Gleichzeitig ist es begrüßenswert, wenn die Menschen in der Klimabewegung mit ihren eigenen Ressourcen nachhaltig umgehen, sich vorbereiten auf die Zukunft, statt sich im Kampf gegen die Gesetze des kapitalistischen Marktes aufzureiben."
C./ HST
Dies ist ein Gastbeitrag einer umweltbewegten Bekannten und durchaus eine Streitschrift. So teilte ich ihr auch die Veröffentlichung auf unserer Homepage mit. Sie ist damit einverstanden.
S./HST
Leserbrief
Vielen Dank für den Gastbeitrag zum „Kollaps-Camp 2025“ auf der Homepage der Umweltgewerkschaft / Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern.
Es ist äußerst interessant zu erfahren, welche neuen Entwicklungen sich in der Umweltbewegung auftun: die solidarische Kollapsbewegung, die in der Nähe von Wittstock mit ca. 1000 Menschen ein Camp durchführte (siehe Gastbeitrag)
Ihr Ziel: im Kollaps handlungsfähig sein.
Von der Resignation all derer in der Umweltbewegung, die auf Appelle an die Regierung setzten, hatte man schon gehört. Auch die kapitalismus-kritischen Stimmen hatten letztendlich versucht, in ihm Alternativen zu suchen.
So halte ich es für einen Erkenntnisgewinn, sich daran nicht mehr aufreiben zu wollen und sich darauf zu besinnen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
Der im Oktober veröffentlichte Bericht des Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung zum „Gesundheitszustand der Erde“ weist erneut aus, dass die Umweltkatastrophe bereits begonnen hat und mehrere sogenannte Kipppunkte überschritten sind.
Das kann man nicht ernst genug nehmen und sich auf die katastrophalen Auswirkungen vorzubereiten, zeigt ein Verständnis der aktuellen Entwicklung.
Das sind auch aktive Schritte, sich zu organisieren statt zu resignieren.
Allerdings ist eine genaue Analyse der Situation Grundlage dafür, nicht erneut in einen Aktivismus zu verfallen, der die engagierten Menschen an anderer Stelle aufreibt - allein der Begriff „im Kollaps“ führt zu dieser Gefahr.
Kollaps bedeutet Zusammenbruch – dann ist nicht mehr viel zu tun. Wir wollen die Erde immer noch vor dem Kollaps retten!!
Katastrophenschutz wird dabei eine wichtige Aufgabe sein.
Jedoch wäre es fatal, den Kapitalismus aus dem Visier zu nehmen und ihm seine Verbrechen weiter durchgehen zu lassen: er ist der Verursacher und steht an erster Stelle des Kampfs. Seine Pläne, die Wirtschaft auf Kriegsproduktion umzustellen, zeigt uns die Dringlichkeit, uns mit der Arbeiterbewegung zusammenzuschließen.
Gabi, Berlin
Auf geht`s auf die Warnow!
Moor – bleibt – nass! Vertreter der RG MV zusammen mit dem Moorbündnis Rostock und anderen Umweltbewegten.
Das Moorbündnis Rostock hatte für den 30.09.2025 zur Kundgebung mobilisiert. Anlass: Eine Fähre war für Wirtschaftsvertreter gescharter worden, um die Investitionsmöglichkeiten bei Hafenerweiterung vor Ort zu veranschaulichen. Die Zeit vor dem Ablegen des Bootes gehörte der Kundgebung am Liegeplatz auf der Pier und davor auf dem Wasser.
Von Roland, Stadtpaddeln Rostock, wurden die Kajaks gesponsert, mit denen sich Umweltbewegte aus Greifswald, Stralsund, Rostock und Umgebung von der Unterwarnow auf die Warnow im Stadthafen Rostock begaben. Transparente waren an Bord, Megafon und Musikbox.
Vor dem Fährliegeplatz erwartete uns das uns begleitende Segelboot mit musizierenden „Seeleuten“.
Interessiert blieben Fußgänger an der Pier stehen, hörten sich unsere Parolen und Lieder an, fotografierten und verblieben dann auch häufig bei der Kundgebung an Land.
Eindeutig wurde dort im Redebeitrag klargestellt, dass es vielen Bürgern noch nicht bewusst ist, was die begonnene klimatischen Veränderung für uns als Menschheit bedeutet, welche Funktion die Moore und ihre Artenvielfalt haben. Dass die Hafenerweiterung hinein in das Moorgebiet um den Peezer Bach und den Oldendorfer Tannen, eine nicht wieder renaturierbare Zerstörung bedeutet, etwas, was nicht notwendig ist, da es nachweisbare Alternativen gäbe. Port GmbH, die Organisatoren der Hafenrundfahrt, jedoch plädierten auf konstruktiven Dialog mit den Bürgern, mit Fairness, auf Augenhöhe. Etwas, woran die Organisatoren der Kundgebung jedoch nicht mehr glauben, sei das Ziel der 1,5 Grad-Maximal-Erderwärmung doch bereits Geschichte, so bestätigend auch ein „Moorprofessor“ aus Greifswald. Für die Hafenerweiterung werden auch Menschen umsiedeln müssen.
Es war eine kleine, aber feine Aktion. Danke an die Organisatoren und Teilnehmer. Den Redebeitrag der Vertreterin des Moorbündnisses wird zeitnah in deren Homepage eingestellt werden, ebenso die Bilder zu der Aktion.
Im persönlichen Gespräch stellte ich den IEC 2026 und unser Wirken dafür vor. Interesse war vorhanden, wovon die Nachfragen der jungen Leute zeugten. Sie wollen sich über unsere Homepage dazu mehr informieren und über ASTA, der Studentenplattform, unser Ansinnen bewerben, verbreiten. Ich hoffe darauf.
Bis zum 8. Dezember haben nun die Einwohner Rostocks Zeit, Einwände zu den bestehenden Plänen der Hafenerweiterung einzubringen. Dazu bedarf es aber ein MEHR an öffentlicher Information für die Bürger in Rostock.
Suse/ Stralsund/ RG MV

Die Kajaks tragen stolze Namen, meines Malala Y. (Malala Yousafzai, pakistanische Frauen- und Kinderrechtsaktivistin)

Moor bleibt! Moor über Profit! (kleiner Spickzettel)

musikalische Flotte.....(ich liebe zwei Dinge: Widerstand und Musik...)

Wir formieren uns zu einem "Floß"

Auf dem Heimweg. Die Warnow und seine Flusslandschaften, der Breitling, die Moore rundherum, sind ein Teil vom Schatz der Menschheit, den es zu bewahren gilt.
RG MV Insel-Sehnsucht, Reiseempfehlung
Halbinsel Jasmund/ Insel Rügen/ Mecklenburg-Vorpommern
Angeregt beim Lesen des Buches von Harald Braem, „Die Macht der Farben“, ISBN 3-7844-7156-0, - Die Farbe Grün-, sah ich vor meinem inneren Auge die Buchenwälder meiner Heimatinsel Rügen im Sonnenlicht erstrahlen.
Ein Grün, dass in unzähligen Nuancen auf Bäumen zum Himmel strebt, mit Moos und Farn hinabsinkt in die kühlen feuchten Schichten der Senken, dazwischen Buschwerk die Strenge der hohen Stämme bricht.
Leuchtendes Smaragdgrün, stumpfes Grünsilber, vom Staub gedämpft. Sattes Grün und Gelbgrün von Nadel, Blätter und Farn. Ein samtenes, fast schwarzes Grün unter Moosen und am Wurzelwerk der Bäume.
Und ganz zu schweigen von den Grüntönen der Wasser. Ob nun der stillen Weiher und Moore oder der die Ufer erstürmenden See. Sonne und Wolken erschaffen ein stets unvollendetes, überwältigendes Schauspiel für Aug und Herz. Sehnsuchtsort seit Kindertagen.
Und schon machte ich mich lange vor Sonnenaufgang auf den Weg, all dieses Grün zu erleben, zu erkunden, Kontraste mit Blau und Weiß und Ockerfarben zu erspähen. Zu Atmen, zu Schauen, zu Leben.
Heimgekehrt bin in mit mir selbst in Frieden.
Ich lege ein paar Fotos bei.
Zwischen Spätfrühling und Herbstbeginn, ist ein Besuch der Halbinsel Jasmund/ Insel Rügen/ Mecklenburg-Vorpommern, für Freunde des „GRÜN“, die beste Reisezeit.
LG Suse/ Stralsund
Vor dem Sonnenaufgang in der "Piraten Schlucht"
Sonnenaufgang
Ausblicke am Hochuferweg
von der Lichtung hinein in den Wald
traumhaft
im Morgenlicht
im feuchten Schatten des Bachtals
Lebensraum "unaufgeräumter" Wald
Waldsee (Hertha See)
alte Wege

09.August 2025 Hamburg
Am 9. August, dem 80. Jahrestag des Atombombenabwurfs der USA auf Nagasaki, führten wir in Hamburg-Altona endlich wieder einen Info-Stand der Umweltgewerkschaft durch.
In den Mittelpunkt stellten wir den notwendigen aktiven Widerstand gegen die wachsende Weltkriegsgefahr und die Forderung nach Verbot und Ächtung aller atomaren, biologischen chemischen Waffen. Dazu hatten wir ein Flugblatt mit den beiden Erklärungen des Bundesvorstands erstellt.
Die meisten angesprochenen Passanten fanden das Thema durchaus wichtig, nur wenige waren für Atomwaffen. Mit denen war nicht zu reden. Viele Leute sahen die Gefahr eines atomaren 3. Weltkriegs, fühlten sich aber hilflos: die Politiker machen eh, was sie wollen. Dem setzten wir entgegen, dass es gegen den Völkermord der israelischen Regierung in Palästina weltweit und auch in Israel heftige Proteste gibt.
Auch in Deutschland wächst die Aktionseinheit gegen Krieg und Faschismus. Die Umweltgewerkschaft macht mit und unterstützt auch aktiv den Protest gegen das Bundeswehrmanöver "Red Storm Bravo" Ende September in Hamburg.
Jochen vom Bundesvorstand hielt einige Kurzreden und Peter trug selbstgemachte Gedichte und ein Lied vor. Insgesamt waren 10 Mitglieder an der Vorbereitung und Durchführung des Info-Stands beteiligt. Die Flugblätter und etliche Broschüren "Atomkraftwerke sind keine Klimaretter" wechselten den Besitzer.
Weil man nur organisiert was ändern kann, warben wir für die Mitgliedschaft in der Umweltgewerkschaft - leider trug sich nur eine Interessentin ein.
Ein Kollege hörte eine Weile zu und spendete dann 10 Euro! Insgesamt sammelten wir 13,60 Euro Spenden.
Wir warben auch für den Internationalen Umweltratschlag 2026 und machten Fotos dafür. Es hat uns allen Spaß gemacht und wir wollen öfter Info-Stände in verschiedenen Stadtteilen machen, um die Umweltgewerkschaft bekannter zu machen.
R./ HH

Illustration Andrea Thiele/ GEOMAR
Altmunition im Meer
Im Angesicht der Weltkriegsgefahr
Noch immer liegen geschätzte 1,6 Millionen Tonnen Altmunition auf dem Meeresboden der deutschen Nord- und Ostseeküsten. Ergebnis von Kampfhandlungen gegen Schiffe und Flugzeuge während der Weltkriege.
Das ist vor allem eine Folge der Versenkung von überzähliger Munition nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1969 und 1971 wurden erstmals Untersuchungen hinsichtlich chemischer Kampfstoffe in Versenkungsgebieten getätigt. Da man aber nicht wusste, wie sie zu bergen sind, beließ man sie vor Ort!
Von Juli 1945 bis Januar 2016 sind 418 Todesfälle und 720 Verletzte, mit Bezug auf das Thema Altlastmunition an den deutschen Küsten, bekannt geworden. Nach mehr als 70 Jahren am Meeresboden treten die in der Munition enthaltenen giftigen Substanzen aus. TNT, Quecksilber, Blei und andere, oft erst im Kontakt mit Wasser und Luft entstehende unkontrollierbare unbekannte Stoffverbindungen. 1993 erschien der erste offizielle Bericht von staatlicher Seite. Doch erst seit 2009 (!) gibt es kontinuierliche Untersuchungen und Nachweise über Funde und Sprengungen.
Dank der Mitarbeiter der UNI Kiel/ GEOMAR wird seit 2011 der Munitionsbelastungsbericht der deutschen Gewässer jährlich herausgegeben. In diesem werden alle Funde an der deutschen Nord- und Ostseeküste registriert und der Verbleib dokumentiert. „Forschungen haben gezeigt, dass sich sprengstofftypische Verbindungen auch über die Versenkungsgebiete hinaus im Wasser ausbreiten. Diese Belastung wird mit fortschreitender Korrosion noch zunehmen und Risiken weiter steigen, wenn die Altlasten nicht geborgen werden. Steigende Temperaturen und zunehmende Stürme beschleunigen den Zerfall der Munition im Zuge des Klimawandels.“¹
Die seit 2019 gestarteten verschiedenen Forschungsprojekte, die meisten sind 2024 ausgelaufen, wurden mit weniger als 10 Millionen Euro von der Bundesregierung finanziert, denn Altlastmunition ist Ländersache. Nur die Sicherheit der Bundeswasserstraßen liegt im Muss einer Finanzierung durch die Bundesregierung.
Die Bundesregierung wollte bis 2025, im Rahmen des Koalitionsvertrages, als Sofortprogramm für Munitionsfindung und -bergung im Meer, 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. (Ob dieses erfolgte, konnte durch den Verfasser nicht recherchiert werden.) Die am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel seit 2016 erfolgte Forschung in Projekten wie BASTA, ExPloTect oder CONMAR, haben neue Erkenntnisse in Sachen Ortung, Kartierung und Analyse der chemischen Wasserproben hervorgebracht.
„Offen blieb bislang die letzte und entscheidende Phase: die endgültige Räumung und Entsorgung von schlecht handhabbaren Munitionsobjekten in einem industriellen Maßstab. Hier setzt das Projekt CAMMera an. An dem vom GEOMAR koordinierten Projekt wirken Industriepartner aus mehreren Ländern in Europa mit.“²
Angesicht der Masse, alleine an den deutschen Meeresküsten vor sich hin korrodierender Altlastmunition, angesichts der wissenschaftlich nachgewiesenen Vergiftung der maritimen Flora und Fauna grenzübergreifend, angesichts der steigenden Gefahrenlage durch noch nicht kartografierter Munitionsaltlast für Urlauber, Techniker und Arbeiter im maritimen Bauwesen, Tauchern usw., frage ich mich, wozu Milliarden an Euro, Dollar, Rubel, Yen, Lire … ausgegeben werden, um noch mehr Waffen und Munition zu produzieren, die noch größere Vernichtung und Umweltschädigungen verursachen.
Zudem werden diese Gelder, aus denen herausgepresst werden, die der Schädigungen durch Waffen ausgesetzt werden, der Bevölkerung. Die Meere kennen keine Grenzen! So muss statt Aufrüstung eine länderübergreifende Koordinierung und Forschung, eine grenzüberschreitende Bergung und Vernichtung der Altlastmunition erfolgen. Altlastmunition ist ein Teil der gesamtschädigenden Einflüsse auf das Öko-System Meer.
Umweltschutz muss dringend auch Teil der Friedensbewegung sein!
Suse/ Stralsund, mit freundlicher Genehmigung von Frau Ilka Thomsen/ GEOMAR
Quellen & Links
¹https://www.geomar.de/entdecken/munition-im-meer
² https://www.geomar.de/news/article/cammera, Projektleiter: Prof. Dr. Jens Greinert, Meeresbiologe/ GEOMAR, gefördert von der EU mit 5,6 Mill. Euro

Forschungstaucher an Seemine, Lübecker Bucht/ GEOMAR

Dr. Jens Greinert, Projektleiter CAMMera, mittig-vorne bei der Auswertung von Unterwasseraufnahmen mit Kollegen/ GEOMAR

Auch dieses Jahr beteiligten wir uns von der Hamburger Umweltgewerkschaft wieder am Methfesselfest. Es fand statt unter dem Motto „80 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus müssen wir wieder aufstehen gegen Kriegstreiber, Nazis und Rassisten.“
Entsprechend der Rechtsentwicklung wurde das Fest im Vorhinein in den einschlägigen Hamburger Tageszeitungen verunglimpft als „antisemitisch“
und „linksextremistisch“.
Am Sonnabend, als viele Menschen das Fest besuchten, kamen drei Polizisten und waren richtig biestig: das sei ja kein Stadtteilfest, sondern ein „Kommunistenfest“. Die Veranstalter und die Leute an den Ständen ließen sich genauso wenig wie die Besucher dadurch verunsichern.
Wir verteilten die Erklärung des Bundesvorstands gegen die Kriegstreiber und für Verbot und Ächtung aller atomaren, biologischen und chemischen Waffen, machten die Umweltgewerkschaft bekannt, gaben gegen Spende einiges Info-Material weiter und gewannen einzelne neue Kontakte.
Die Veranstalter gaben gleich am nächsten Tag eine Presseerklärung heraus, in der es hieß: „Wir haben uns nicht spalten lassen! Allen Versuchen der bemerkenswerten Allianz aus Verfassungsschutz, CDU, AfD, Hamburger Abendblatt und mopo, unser Fest zu diskreditieren, zum Trotz, feierten Jung und Alt am Wochenende ein Fest mit wunderbaren Musik-Gruppen und über 40 Initiativen, die mit Infoständen von ihrer Arbeit berichteten.
Noch einmal sagen wir Danke, dass ihr da ward! Ihr macht dieses Fest so einzigartig, so bunt, so vielfältig und interessant!“
Im nächsten Jahr wollen wir vielleicht an beiden Tagen teilnehmen, möglichst einen besseren Standplatz haben und evtl. Waffeln und Kaffee anbieten.
R./ HH

001 Stand der RG MV am 05.07.2025 in Rostock
Umweltgewerkschaft Ahoi!
Startschuss für eine aktive Gruppe in Rostock
Seit längerem hat unsere Regionalgruppe MV nichts mehr gemeinsam gemacht. Keine Zeit, andere Dinge sind wichtiger, und und und. Ihr kennt das vielleicht. Doch was könnte wichtiger sein, als die Erde vor dem Kollaps zu retten?
Mit Hilfe des Bundesvorstands haben wir also für den 05.07.25 eine Kundgebung in der Rostocker Innenstadt geplant und durchgeführt. Die Organisation lief noch etwas holprig, aber wir haben einen tollen Stand auf die Beine gestellt. Thema war: „Stoppt Fracking! Stoppt LNG!“
Schon seit der Ankunft der LNG-Tanker an der Ostseeküste, beschäftigt das Thema die Leute und es regt sich Widerstand – besonders vor Ort auf Rügen. Wir wollten mit unserer Kundgebung dem Protest eine Bühne „in der großen Stadt“ geben, über Rügens Küsten hinweg die Menschen informieren und bewegen.
Bevor es richtig los ging, malten wir mit Kreide einige Parolen auf den Boden, um die Menschen neugierig zu machen. Am Stand liefen Lieder, die den Umweltkampf thematisierten und das offene Mikrophon wurde für Reden, auf antifaschistischer Grundlage, freigegeben.
Viele Leute hörten interessiert zu und wir kamen ins Gespräch. Einige waren hin und her gerissen zwischen den Problemen der Zeit – engagiere ich mich für die Umwelt oder gegen Faschismus, kann ich überhaupt was tun?
Viele Leute hegen auch noch die Hoffnung, dass die Politik das Ruder herumreißen wird. Wir argumentierten, dass es wichtig ist, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und sich zu organisieren! Das diskutierten wir nicht nur in einzelnen Gesprächen, sondern auch am offenen Mikrophon.
In den Reden spann sich der Bogen zwischen dem lokalen Problem LNG hin zur globalen Umweltkatastrophe, hin zu Krieg und Faschismus. Sie zeigten aber auch auf, was man dagegen tun kann. Wir müssen noch besser daran arbeiten uns am Mikro wirklich kurz zu fassen.
Besonders haben wir uns über die Unterstützung der BI „Lebenswertes Rügen“ gefreut. Der Autor Thomas F. Kunstmann hat in seinem Buch: „Rügen wehrt sich. Die LNG-Proteste der Bürgerinitiativen im Spiegel der Medien“, den Widerstand an Hand der Presseberichte dokumentiert. Er hat eine sehr emotionale informative Rede gehalten und wir empfehlen sein Buch sehr.
Gegen Spende gaben wir unser Informationsmaterial an die interessierten Menschen. Besonders haben wir uns auf die Fracking-Broschüre konzentriert. Aber auch unser vorab erstellter Flyer zum Thema wurde über 100 mal mitgenommen. Viele haben sich auch für unsere Anstecker und Sticker interessiert und dafür gespendet.
Insgesamt konnten wir sieben Kontakte gewinnen, die sich sowohl für die UG, aber auch für den internationalen Umweltratschlag interessieren. Wir freuen uns darauf, sie näher kennen zu lernen und ein aktives Gruppenleben in Rostock und MV aufzubauen!
Luisa/ Rostock
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Foto:
002 Straßenkunst
003 Thomas Kunstmann am "offenen Mikrofon"
004 Th. Kunstmann, BI Lebenswertes Rügen
005 "Rügen wehrt sich"
006 schwungvolle Moderation
007 das neue Transparent für ein Ende der fossilen Energiegewinnung, Thema LNG/ Fracking
008 Grüße des Bundesvorstandes
009 Vorstellung der Fracking-Broschüre
010 kämpferische Rede zur Einheit von Arbeitskämpfen und Umweltbewegung
011 kämpferische Stimmung im Regennachmittag
012 im Gespräch






