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Kontakt: Christian Zajonc, Fischerstrasse 52, 45899 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/93 96 91 94, e-mail: umweltgewerkschaft-ge<at>gmx.de
"ASHLEY, Indiana – An einem Freitagabend im Mai vor zwei Jahren bereitete sich Kory Kistler darauf vor, seinen Arbeitsplatz in einer Recyclinganlage zu verlassen, die von ihren Besitzern als Frontlinie im globalen Kampf gegen Plastikmüll angepriesen wurde. Dann brach die Hölle los. Aus dem Ventil einer Pumpe im Werk strömten entzündliche, 370 Grad heiße Dämpfe. .... Dann, so erinnert er sich, entzündeten sich die Dämpfe und lösten ein unkontrolliertes Feuer aus, das zudem durch eine Art Öl genährt wurde, das in einer beheizten Druckkammer aus Plastikmüll hergestellt wurde."
So beginnt ein Erfahrungsbericht von zwei ehemaligen Mitarbeitern einer Plastik-Pyrolyse-Pilotanlage in den USA. Wir dokumentieren ihn hier:
Die Anlage kommt wegen erheblicher Bedenken hinsichtlich Umwelt, Gesundheit und Sicherheit nicht über die Anlaufphase hinaus. Dessen ungeachtet hält der BP-Konzern weiter an seinen Pyrolyse-Plänen für Gelsenkirchen fest. Zwar hat er sich von der Firma Brightmark als Partner getrennt, aber die Technologie bleibt die gleiche. Es fällt schwer, zu glauben, dass die in dem Artikel beschriebene Katastrophen-Serie nur aus der Unfähigkeit eines einzelnen Unternehmens resultieren soll. Das Bürgerbündnis gegen die "BP-Norderweiterung" wendet sich deshalb weiter gegen diese geplante hochgefährliche Anlage, der auch noch ein Landschaftsschutzgebiet geopfert werden soll.
Unterstützung kommt aus der Nachbarstadt Marl, die gegen den von der Stadt Gelsenkirchen beschlossenen Bebauungsplan ein Normenkontrollverfahren einleiten will. Dazu die Marler Zeitung:
Wichtig bleibt der Widerstand von unten!
Ausgerüstet mit diesen Westen, Flyer und Unterschriftenliste wurden in den letzten Monaten zwei gemeinsame "Spaziergänge" in einer Kleingartenanlage und in einem Park organisiert. Das erwies sich als eine sehr erfolgreiche Methode, die wieder aufgenommen werden soll, sobald das Wetter wieder spaziergangstauglich ist!
P.S. Wer das Bürgerbündnis unterstützen will durch das Tragen einer solchen Weste (ist super bei verschiedenen Gelegenheiten einsetzbar, auch bei Demos etc.), wendet sich bitte per e-Mail an die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen. Die Weste kostet 20 Euro.


Flyer zum Download:
Die Stadtratsmehrheit in Gelsenkirchen hat in der Sitzung am 15.02.24 dem Vorhaben der "BP-Norderweiterung" grünes Licht gegeben, indem sie dem entsprechenden Bebauungsplan zugestimmt hat. Der Widerstand gegen dieses Vorhaben geht damit in die nächste Runde, denn an den berechtigten Gründen dafür hat sich nichts geändert!
Wir dokumentieren an dieser Stelle die Rede von Jan Specht, Stadtverordneter für AUF Gelsenkirchen, der mit anderen Kräften zusammen den Bebauungsplan abgelehnt hat:
"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus dem Bürgerbündnis gegen die BP-Norderweiterung, liebe Zuschauer zu Hause!
Der vorgelegte Bebauungsplan 451 öffnet den Weg zur BP-Norderweiterung mit dem Herzstück von zwei vorgesehenen Pyrolyse-Anlagen. Schon der frühere Bebauungsplan 404 wurde vor Gericht für unwirksam erklärt. Ausnahmen davon wurden von der Bezirksregierung und Stadt trotz großer Bedenken durchgezogen und bis heute besteht dort ein Fremdfirmenhof. Trotz Bedenken aus dem Umweltamt wurden Ausnahmegenehmigung erteilt. Seit April 2023 stehen dort also illegale Bauten, wo eigentlich auch mal ein Interventionsteam vorbeischauen könnte. Bester Mutterboden wurde abgetragen und zur Abdeckung der RAG-Altlasten im Stadteilpark Hassel verwendet. Wir von AUF Gelsenkirchen haben von Anfang an vertreten, dass dieser Bebauungsplan abgelehnt werden muss – warum?
1. Ein wichtiger Ausgangspunkt für uns ist die angegriffene Gesundheit der Bevölkerung in dieser Region: Wir liegen hier im „Giftdreieck“ Gelsenkirchen, Herne, Herten an der Spitze der Krebsskala in NRW und auch bei den Herz- Kreislauf- Erkrankungen – jede weitere Belastung durch LKW-Verkehr und Emissionen der Anlage sind unverantwortlich! ...."
Der komplette Beitrag kann hier gelesen werden:
Keine BP-Norderweiterung und Kunststoff-Pyrolyse-Anlage! Für den vollständigen Erhalt des Landschaftsschutzgebiets im Gelsenkirchener Norden!
Wir protestieren dagegen, dass die Stadt Gelsenkirchen den Bebauungsplan jetzt durchdrücken will. In dem neuen Flyer des Bürgerbündnisses gegen die BP-Norderweiterung heißt es dazu unter anderem:
- Maximal 150 Arbeitsplätze soll die Norderweiterung bringen. Aber wieviele hat BP die letzten Jahre vernichtet? Arbeitsplätze sind ein vorgeschobenes Argument.
- Höchstens 2 Prozent vom Ölbedarf von BP Gelsenkirchen können die geplanten und weltweit sehr umstrittenen Pyrolyse-Anlagen liefern. Da kann von einer „Umstellung der Rohstoffbasis“ keine Rede sein. Aber die Stadt übernimmt dieses Märchen, ohne nachzurechnen.
- 12 Jahre lang hat die Stadt „nach Gutsherrenart“ den „Partnerfirmenhof“ im Landschaftsschutzgebiet geduldet.
- Die Vielzahl an berechtigten Einwendungen von Bürgern aus Gelsenkirchen, Polsum und Dorsten weist sie (wortreich auf 461 Seiten Stellungnahme!) sämtlich zurück.
- Wir protestieren dagegen, dass die Interessen von BP bedient und die Belange der Bürger missachtet werden!
- Wir brauchen echte Alternativen, umwelt- und gesundheitsgerechte Arbeitsplätze!
- Wir fordern: Entwicklung und Produktion von umweltfreundlichen Plastik-Alternativen und Weiterentwicklung wirklicher Recyclingverfahren.
Kommt zur Protest-Aktion vor der Ratssitzung
am Donnerstag, 15.02. um 14 Uhr 15 vor dem Hans-Sachs-Haus
Hier kann der vollständige Flyer gelesen werden:
Im Rahmen unseres letzten Umweltgewerkschaftstreffens wurde der dramatische Film „Insektenkiller – wie Chemieriesen Ökosysteme zerstören“ gezeigt mit anschließender Diskussion.
In der Landwirtschaft werden neben Pflanzenschutzmitteln auch hochwirksame Nervengifte -- sogenannte Neonicotinoide – gegen möglichen Insektenbefall vorbeugend breit eingesetzt, mit der Folge des größten Artensterbens in der Geschichte der Menschheit. Mit der Totalvernichtung von Insekten werden auch ganze Ökosysteme zerstört, da Insekten die Grundlage ganzer Nahrungsketten in der Natur darstellen.
Außerdem gelangen die Gifte unweigerlich in die Umwelt und so auch in den menschlichen Organismus, bereits bei Kleinkindern. Die schädlichen Auswirkungen sind bisher noch nicht einmal ansatzweise untersucht!
Entgegen der Meinung, ohne „Chemie“ könne die Menschheit nicht ernährt werden, zeigt der Film an Hand von Versuchen in Italien, dass unbehandelte Mais-Felder sogar höhere Erträge brachten.
Spannend zeigt der Film, wie beteiligte Chemiekonzerne Bayer/Monsanto, BASF und Syngenta Wissenschaftler massiv unter Druck setzen und Kampagnen zur Verwirrung und Ablenkung finanzieren – „für das Insektensterben gäbe es ja viele Ursachen“. So wird von der Hauptverantwortung abgelenkt. Und bis schließlich weltweit der Druck so groß wird, dass es zu Verboten kommt, haben die Chemiekonzerne schon wieder neue Gifte für die Landwirtschaft mit neuen Milliarden-Geschäften bereit.
Die Diskussion machte deutlich, dass diese mutwillige Umweltzerstörung ihre Wurzel in dem menschenfeindlichen Profitsystem hat, und es in der Verantwortung der Menschen liegt, einen breiten und organisierten Widerstand zu entwickeln. Es müssen klima- und umweltschonende Anbaumethoden eingesetzt und weiter entwickelt werden, derart hochgefährliche Gifte müssen verboten und Pestizide drastisch eingeschränkt werden. Die in der EU geplante Verlängerung der Zulassung von Glyphosat um weitere 10 Jahre sollte unbedingt gestoppt werden.
Das dramatische Artensterben ist Teil einer begonnenen globalen Umweltkatastrophe, die längerfristig die Existenz der Menschheit in Frage stellt. Diskutiert wurde, dass die Verflechtung von Wirtschaft und Politik zu stark sei und aufgelöst werden müsse.Andere Teilnehmer sahen die Lösung weitergehend in einem grundlegend anderen System, in einer sozialistischen Gesellschaft, wo die Einheit von Mensch und Natur das Bestimmende ist und nicht Ausbeutung und Profit.
Insgesamt ein spannender Abend mit einem empfehlenswerten Film.
am Freitag, 23.06., um 18 Uhr 30 im Treff International (Hauptstr. 40, 45879 GE)
- BP-Norderweiterung: Aktuelle Entwicklung, und wie hängen die Plastik-Pyrolyse-Pläne zusammen mit dem weltweiten Plastikmüllproblem und mit der globalen Umweltkatastrophe; was ist zu tun?
- Protest gegen die Kriminalisierung der Umweltbewegung (Razzia und Verhaftung von Aktivisten der "Letzten Generation", wie stellen wir uns dazu?)
- Unterstützung der 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz
- Programm für das zweite Halbjahr - Vorschläge dazu







